Prof. David Jonassen, Learning Technologies and Educational Psychology, University of Missouri, Columbia, USA
e-Problem Based Learning: An Emerging Paradigm

In everyday and professional lives, people solve problems. "Alles Leben ist Problemlösen"  (Popper, 1991).  Rather than transmissive instruction about the world, higher education should engage learners in solving the complex and ill-structured problems that they will encounter in the workplace.  All higher education courses should engage problem solving, because problems are authentic; they provide an intention to learn, and they result in more meaningful and memorable learning.

Engaging and supporting problem solving online is difficult, in part because of the limitations of online course management systems to support alternative forms of instruction. Popular systems (WebCT, Moodle, etc.) do not support alternative forms of knowledge representation by learners, authentic forms of assessment, or the use of distributed tools to scaffold different forms of reasoning.

In this presentation, I describe different kinds of problem solving that can and should be supported in online learning in higher education contexts. Next, I demonstrate online problem-based learning environments for engaging and supporting different kinds of problems in different domains. In order to become scalable, I describe the development and initial testing of architectures for developing learning environments for solving story problems, troubleshooting problems, and policy analysis problems. Developing and testing these architectures will prove challenging, however, the greatest difficulty may be convincing higher education and business educators of the need for learning to solve problems.

 
 
Prof. Dr. Gabi Reinmann, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg,
D- Augsburg

Nur "Forschung danach"?
Vom faktischen und potentiellen Beitrag der Forschung zu alltagstauglichen Innovationen beim E-Learning
 

Innovativ wollen heute alle sein: Unternehmen, politische Parteien, das Kulturprogramm, die Hochschulleitung usw. Ob das Neue dann auch alltagstauglich ist, bestimmen letztlich die Betroffenen. Bei der Forschung zum Lernen und Lehren – ob nun mit oder ohne neue Medien – sieht es sowohl mit der Alltagstauglichkeit als auch mit der Innovationskraft dagegen eher düster aus.

Innovationen sind per definitionem wahrgenommene Neuerungen mit Nutzen – wobei erst einmal offen ist, wer die Nutznießer sind. Insofern ist das Anliegen legitim und bedeutsam, E-Learning daraufhin zu beleuchten, was daran neu ist und welche täglichen Lehr-Lernprobleme damit zu lösen sind. Geht es – wie hier – um Bildungsinnovationen, sucht man allerdings einen Akteur in diesem Spiel erstaunlich lange: die Forschung. Sie wird allenfalls dann aktiv, wenn es darum geht, eine Innovation in Schule, Hochschule oder Weiterbildung zu überprüfen – gewissermaßen als „Forschung danach“. Ganz anders sieht es in naturwissenschaftlichen Disziplinen aus: Hier genießt die Forschung das Ansehen als Motor von Innovationen. Die Gründe für das schlechte Innovationszeugnis in anwendungsbezogenen Disziplinen wie Pädagogik, Didaktik und Teilbereichen der Psychologie sind verschieden und doch miteinander verschränkt. Zum einen stehen die wissenschaftlichen Väter und Mütter des E-Learning zwei verschiedenen Referenzsystemen mit zum Teil gegensätzlichen Ansprüchen gegenüber: der Scientific Community und der Bildungspraxis. Nun ist diese Schwierigkeit eine alt bekannte, erlangt jedoch aktuell eine besondere Brisanz. Zum anderen genießt in diesen Disziplinen der Akt des schöpferischen Planens und Entwerfens, also das Design, selten besonderes wissenschaftliches Ansehen – ein Umstand, über den sich etwa die innovationsfreudigen Ingenieurswissenschaften nur wundern können. Dieses Problem wird im deutschsprachigen Raum bis dato wenig diskutiert; doch genau hier vermute ich eine große Innovationsbremse – gerade auch für E-Learning.

Wenn wir uns von E-Learning alltagstaugliche Innovationen erhoffen, gleichzeitig aber nichts oder nur wenig dafür tun, dass auch die Forschung zum Lernen und Lehren mit neuen Medien ihren Beitrag dazu leistet (sondern zusieht, wie z. B. Wirtschaft und Politik diese Aufgabe allein übernehmen), dann verschwenden wir nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern kommen auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung als Wissenschaftler nur unzureichend nach. Für mich stellt sich daher die Frage, welche Forschungslogik einen Weg aus dieser Sackgasse bahnen und wie verschiedene Ziele und Kriterien miteinander verbunden werden könnten.

 
   

Prof. Dr. Christa Dürscheid, Deutsches Seminar, Linguistische Abteilung, Universität Zürich, CH-Zürich
Neue Lernwelten, neue Kommunikationsformen – Ein Blick in die Zukunft

 

Lernen in internetgestützten Lehr-Lern-Szenarien ist kein isoliertes, kein einsames Lernen. Vielmehr stellt die gemeinsame Nutzung der Lernplattform, die Zusammenarbeit mit der Lerngruppe, der virtuelle Austausch mit dem Tutor oder mit der Dozentin eine wichtige soziale Komponente dar. Dieser Austausch findet in Eins-zu-Eins-Interaktionen statt (z.B. in der E-Mail-Sprechstunde), in der Eins-zu-Viele-Kommunikation (z.B. über Rundmails) und in Viele-zu-Viele-Konstellationen (z.B. in Diskussionsforen), er kann asynchron (wie in der E-Mail) oder quasi-synchron (wie im Chat) verlaufen und textbasiert oder im Rahmen von Audio- und Videokonferenzen erfolgen.

Im Vortrag wird zunächst gefragt, wie der Sprachgebrauch in diesen neuen Kommunikationsformen aus linguistischer Sicht zu beschreiben ist. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Analyse der schriftlichen Kommunikation, da es diese ist, die in E-Learning-Angeboten derzeit die wichtigste Rolle spielt. In einem zweiten Schritt wird ein Blick in die Zukunft geworfen. Was wird sich ändern, wenn die digitale Vernetzung weiter zunehmen wird, wenn wir auch über den Computer immer und überall erreichbar sind und uns von jedem Standort aus an einem Diskussionsforum beteiligen, Lernmodule bearbeiten und E-Mails verschicken können? Welche sozialen Konsequenzen wird diese Form des mobilen Lernens und der mobilen Kommunikation haben, und welche Auswirkungen wird es auf das Schreiben geben? In diesem Zusammenhang soll auch der Frage nachgegangen werden, wie sich neue Technologien (z.B. Wearables), die im Labor bereits erfolgreich erprobt sind, künftig im Alltag einsetzen lassen und welche Möglichkeiten sich daraus für neue Lehr-Lern-Szenarien ergeben. Abschliessend wird die These vertreten, dass sich in den kommenden Jahrzehnten neue Kommunikationsgewohnheiten herausbilden werden, die sich von den uns vertrauten des 20. Jahrhunderts radikal unterscheiden.

 

 

Last Update: 23.06.06, B. Lüthi

 

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