Hier finden Sie alle Abstracts zu den Parallel-Sessions, nach den Nummern sortiert.

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E-Learning über Online-Edition literarischer Texte mit Wiki
Alain Schorderet
(Romanisches Seminar, Universität Zürich)

Der vorliegende Aufsatz beschreibt praxisnah die Online-Plattform ATELF, ein Wiki, das im Rahmen der Ausbildung in französischer Literaturwissenschaft an der Uni Zürich im Oktober 2005 lanciert wurde. Der vorliegende Beitrag soll Lehrpersonen im Bereich der Literaturwissenschaften eine Inspiration und Anhaltspunkte für eigene E-Learning-Projekte mit Wiki geben.

Im Anschluss an eine Erläuterung der fachspezifischen Bedürfnisse nach ELearning erkläre ich die Grundidee von ATELF: dass angehende Studierende der französischen Literatur gemeinsam Online-Editionen literarischer Texte mit Wiki ausarbeiten. Ich beschreibe zuerst den didaktischen, danach den fachwissenschaftlichen Aspekt dieser Art von E-Learning. Nach einem Kapitel über die konkrete Umsetzung einer dialogischen Didaktik befasse ich mich mit der dem Projekt zu Grunde liegenden Auffassung von Literatur und Literaturwissenschaft. Am Ende des vorliegenden Aufsatzes geben Grafiken Aufschluss über Struktur und Inhalte der Lernplattform ATELF. Abschliessend ziehe ich eine kurze Bilanz zu ihrem Nutzen, soweit er bisher festgestellt werden konnte.

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Massenindividualisierung (mass-customization) von Erwachsenenlernen: Gestaltungsprinzipien, Umsetzung, Evaluationsergebnisse
Nicolae Nistor
(Ludwig-Maximilians-Universität München)

Massenindividualisierung (mass-customization, MC) ist ein Ansatz, der sich in Industrie und Dienstleistungen erfolgreich etabliert hat. Mehrere Forscher fordern das gleiche als „alltagstaugliche Innovation“ auch in der Bildung. Dabei sollten die individuellen Merkmale einer sehr hohen Anzahl von Lernenden berücksichtigt werden, aber ohne Zusatzkosten zu verursachen. Allerdings sind in der pädagogischen Forschungsliteratur bisher weder explizite Gestaltungsprinzipien noch Umsetzungsbeispiele für massenindividualisierte Lernumgebungen vorhanden. Der erste Teil dieses Beitrags beleuchtet den theoretischen Hintergrund und präsentiert vier Gestaltungsprinzipien von massenindividualisierten Lernumgebungen, die aus einer ökonomischen Literaturrecherche abgeleitet wurden. Vorhandene pädagogische und psychologische Erkenntnisse werden geschildert und hinsichtlich ihrer Anwendungen im Rahmen des MC-Ansatzes kritisch diskutiert. Der zweite Teil präsentiert ein Beispiel aus der Praxis für eine massenindividualisierte, problemorientierte Lernumgebung, die auf Grund der anfangs formulierten Prinzipien gestaltet wurde. Die Ergebnisse der begleitenden Pilotevaluation werden zusammengefasst und Fragen an die weitere Forschung und Entwicklung werden gestellt.

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Curriculumsstruktur und IKT-basierte Innovationen – das Beispiel der Medizinischen Universität Wien
Thomas Michael Link, Richard Marz
(BEMAW, Medizinische Universität Wien)

Zahlreiche Arbeiten zur Implementierung von E-Learning legen implizit eine klein gegliederte Organisation des Lehrangebots zugrunde. Die Situation an der Medizinischen Universität Wien unterscheidet sich davon durch ein straff organisiertes Curriculum mit ausgeprägtem Jahrgangscharakter. Didaktische Innovationen müssen sich immer an alle Studierenden richten und stehen in scharfer Konkurrenz zu traditionellen Lehrformen. Kleine didaktische Experimente werden in diesem Setting weitgehend verunmöglicht. Neben technisch einfachen Lösungen mit geringem Entwicklungsaufwand entstehen in diesem Umfeld neue Anwendungsmöglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich der Standardisierung von Lehrinhalten.

143

Das ELBA-Konzept - ein niederschwelliger Zugang zu E-Learning für Hochschuldozierende
Katrin Lüthi und Andreas Reinhardt
( ETH Zürich, NET - Network for Educational Technology, elba@net.ethz.ch)

Nach dem an der ETH Zürich entwickelten ELBA-Konzept werden Hochschuldozierenden verschiedene, einfach zu bedienende Einzelapplikationen zur Verfügung gestellt. Alle diese Applikationen werden zusammen mit didaktisch sinnvollen Einsatzszenarien angeboten. Eine Untersuchung zeigte, dass dieses Konzept die Hemmschwellen vieler Dozierenden beim Einsatz von E-Learning beseitigt und andererseits wesentlich zu einem Mehrwert des Unterrichts beitragen kann. Dozierende wünschen bei weitem nicht immer ein Multifunktionstool, das möglichst viele Funktionalitäten bietet, sondern schätzen den flexiblen und gezielten Einsatz von Einzelapplikationen. Für eine grosse Mehrheit der Dozierenden stimmt die Kosten-Nutzen-Rechnung bei einem solchen Einsatz. Sie sind in der Folge bereit, solche Applikationen auch in Zukunft in ihrem Unterricht einzusetzen.

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Entwicklung eines organisationsspezifischen E-Learning Leitfadens für Dozierende: Die Roadmap to E-Learning @ ETH Zurich
Heide Troitzsch, Christian Sengstag, Damian Miller, Christoph Clases
(ETH Zürich)

Zunehmend stehen Dozierende bei der Planung geeigneter Lehr-Lernszenarien für das E-Learning vor einem unübersichtlichen Angebot an technischen und didaktischen Möglichkeiten. Zudem sind insbesondere E-Learning-Novizen unzureichend mit den institutionellen und informellen Möglichkeiten des E-Learning-Support-Netzwerks ihrer Hochschule vertraut. Dadurch können gewichtige Hindernisse für die kreative und effektive Einbindung innovativer Elemente in den Unterricht entstehen.

In diesem Beitrag wird mit der „Roadmap to E-Learning @ ETH Zurich“ ein handliches Werkzeug für Dozierende beschrieben, welches die Einbindung von Elementen des E-Learnings in die Lehre unterstützt. Um der Gefahr einer, aus praktischer Sicht wertlosen allgemeinen Rezeptesammlung aus dem Weg zu gehen, orientiert sich die Roadmap an den lokalen Gegebenheiten der ETH. Neben Handlungsempfehlungen, praktischen Checklisten und Literaturtipps werden lokal verfügbare Ressourcen aufgezeigt: Ansprechpartner der ETH Zürich sind Beispiele für die Organisationsspezifität der Roadmap. Hierfür werden mit Methoden des Wissensmanagements bestehende Dokumente sowie Erfahrungen und Expertise innerhalb der ETH Zürich sowie von externen Kooperationspartnern systematisch aufbereitet und in einem handlichen Buch von maximal fünfzig Seiten Umfang bereit gestellt.

147

Kollaboration im E-Learning. Von der Konzeption zur Organisation virtueller Gruppenprozesse
Claudia Zentgraf, Andrea Lampe, Sven Göller
(TU Darmstadt, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)

Im Zentrum des Vortrags stehen die Erfahrungen der Autoren mit dem Konzept einer Online-Übung im Rahmen der E-Learning-Vorlesungsreihe »Informationspädagogik« Um die Beschäftigung mit dem Gegenstand »Neue Medien« sowohl instrumentell wie auch inhaltlich zu ermöglichen, wurden auf einer eigens entwickelten Online-Plattform Phasen kollaborativen Lernens initiiert. Eingebettet in den funktionalen Nutzungszusammenhang der Lernumgebung soll durch Interaktion und Kooperation ein sozial-kommunikatives Lernszenario entstehen, das die Konstruktion von Fachwissen und die Entwicklung von Team- und Selbstkompetenz in einer virtuellen Lernumgebung miteinander verknüpft.

Welches Konzept einer Lernplattform bildet den geeigneten Ermöglichungsrahmen für die beschriebene Kompetenzentwicklung? Wie lässt sich gleichberechtigte Teilhabe am Bearbeitungsprozess organisatorisch und technisch unterstützen? Inwiefern braucht Selbstorganisation tutorielle Begleitung? Auf diese und andere Fragen geht der Vortrag ein.

Vorgestellt werden organisatorisch-konzeptionelle Überlegungen, die Chancen und Probleme ihrer praktischen Umsetzung in der virtuellen Lernumgebung und die daraus resultierenden Impulse für die Weiterentwicklung der Veranstaltung. Des Weiteren wird auf die in der Online-Übung eingesetzte Medientechnik eMargo eingegangen.

156

E-Learning als Prozessinnovation zwischen Strategie und Didaktik – am Beispiel des Change Management Projekts „KoOP“ der Hamburger Hochschulen
Patricia Arnold, Kerstin Mayrberger, Marianne Merkt
(Univesittät Hamburg)

In diesem Beitrag geht es um das Spannungsfeld zwischen Strategie und Didaktik, das bei Projekten zur Hochschulentwicklung durch den Einsatz von digitalen Medien in Lehre, Forschung und Verwaltung zum Tragen kommt. Die nachhaltige Implementierung von E-Learning wird dabei als umfassender Change Management Prozess aufgefasst. Am Beispiel eines Projekts zur Prozessinnovation an Hamburger Hochschulen werden Ansatzpunkte, Maßnahmenkonzepte sowie erste Schritte bei der Umsetzung vor diesem Hintergrund reflektiert. Daraus gewonnene Erkenntnisse zum Verhältnis von BA/MA-Strukturreform, strategisch angelegter Implementierung von E-Learning und Qualitätsverbesserung in der Lehre durch innovative didaktische Konzepte stellen die Ergebnisse des Beitrags dar.

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E-Learning@FH: Rahmenbedingungen und Entwicklungsstand des Medieneinsatzes an deutschen Fachhochschulen
Bernd Kleimann
(Hochschul-Informations-System GmbH, Goseriede 9, 30159 Hannover, kleimann@his.de)

Wie stellt sich aktuell der Entwicklungsstand von E-Learning an den deutschen Fachhochschulen dar - und welchen Rahmenbedingungen unterliegt der Einsatz mediengestützter Lehr-/Lernformen bei diesem Hochschultyp? Der Beitrag versucht, auf diese Fragen Antworten zu geben, indem er die strukturellen Spezifika von Fachhochschulen (Personalausstattung, Lehrverpflichtung, finanzielle Ausstattung, Drittmittel, Supportstrukturen, Verknüpfung von E-Learning und Forschung zu E-Learning) in den Blick nimmt und - an Hand von Fallbeispielen - zu einigen kennzeichnenden Merkmalen des Medieneinsatzes an Fachhochschulen (Motivation und Strategie, Einsatzbereiche und Finanzierung mediengestützer Lehre, Organisations- und Kooperationsformen beim E-Learning) in Beziehung setzt. Am Ende werden Anregungen gegeben, wie der Medieneinsatz speziell in der Fachhochschullehre gefördert werden kann.

160

Computerbasierte Prüfungen. Zwischen Self-Assessment und Abschlussklausuren
Klaus Wannemacher
(HIS GmbH, Goseriede 9, 30159 Hannover, Deutschland,

Ungeachtet erheblicher Hürden bei der Realisierung computergestützter Prüfungen führen Möglichkeiten der Zeitersparnis und des reduzierten Personaleinsatzes bei der Prüfungsabwicklung, die Aussichten auf eine Standardisierung, Rationalisierung und vereinfachte Auswertung, die wachsende Verbreitung von Testtools als Bestandteil von Lernplattformen und nicht zuletzt das stark zunehmende Prüfungsaufkommen im Zuge des Bologna-Prozesses zu einem steigenden Interesse an Online-Prüfungen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele für computergestützte Prüfungen an unterschiedlichen Hochschulen bilanziert der Überblicksbeitrag die bisherige Praxis bei rechnergestützten Lernerfolgskontrollen und Self-Assess­ments und gibt Handlungsempfehlungen.

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„Talking heads“: Köpfen oder ein sinnvolleres Leben geben?
Patrick Kunz
(Pädagogische Hochschule St.Galle)

Videokonferenzsysteme und Diskussionsforen werden nun schon seit vielen Jahren in der Aus- und Weiterbildung genutzt. Diese Präsentation beschäftigt sich mit einem Pilotprojekt, bei welchem diese beiden Technologien zusammen mit der streaming Technologie verschmolzen werden: Aufgezeichnete, gestreamte Videokonferenz-Präsentationen werden in einer Kollaborationsplattform so integriert, dass sie dadurch interaktiver gestaltet werden können. Die Ergebnisse der hier vorgestellten Pilotstudie zeigen, dass das Zusammenfassen der drei Technologien 1.) Videokonferenz, 2.) asynchrone Diskussionsforen und 3.) streaming Video in ein und derselben Plattform einige interessante neue Möglichkeiten bietet. Die Erfahrungen einer Pilotanwendung sowie mögliche Anwendungs-Szenarien zeigen das Potenzial im Bildungsbereich von dieser neuen kombinierten Technologie auf.

164

Onlinebarometer. Ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung beim E-Learning
Gabi Reinmann, Frank Vohle & Christian Zange
(Universität Augsburg, Medienpädagogik)

Gegenstand des Artikels ist die Integration von Emotionen in die pro­zessbegleitende und ergebnisorientierte Evaluation im E-Learning und Blen­ded Learning. Vorgestellt wird das Konzept für ein Instrument zur formativen und summativen Evaluation – ein Onlinebarometer –, das die emotionale Be­findlichkeit der Lernenden in den Evaluationsprozess einbindet und daneben Diagnose- und Interventionsfunktionen hat. Theoretische Basis des Online­barometers ist eine kognitive Emotionstheorie. Erste Vorarbeiten und Erfah­rungen aus der Hochschulpraxis werden berichtet.

170

„Deine Realität ist nicht die meine!“ – Überlegungen zum Beitrag von  Multimedia zur Förderung überfachlicher Kompetenzen
Dominik Isler, Yolanda Martinez Zaugg, Franziska Zellweger Moser
(Institut für Wirtschaftspädagogik, Universität st. gallen)

Der studycube ist eine multimediale Webseite, welche die Förderung überfachlicher Kompetenzen an Hochschulen unterstützt. Das Menu Studienrealitäten konfrontiert Nutzer mit studentischen Audio-Statements zum Einsatz überfachlicher Kompetenzen im Studium. Damit wird versucht, das Potenzial von E-Learning für die Phase der Sensibilisierung zu nutzen. Dieser Beitrag diskutiert Ursachen für die geringe Akzeptanz des studycube durch die Studierenden und welche Implikationen sich daraus für den  Einsatz von Multimedia zur Förderung überfachlicher Kompetenzen ergeben.

175

E-Learning-System bedient die verschiedenen Lernertypen eines betriebswirtschaftlichen Fachbereichs: Didaktik, Realisierungstechnik und Evaluation
Heribert Popp
(Hochschule Deggendorf)

Da nicht jeder Lernende mit den gleichen virtuellen Materialien gleich gut umgehen kann, müssen E-Learning-Systeme verschiedene Lernertypen mit den jeweils geeigneten Lernmaterialien versorgen. Am Fachbereich Betriebswirtschaft der FH Deggendorf liegen aufgrund achtjähriger Erfahrung die Lernmaterialien für folgende Lernertypen vor: „Klassische E-Learner“, „Praktiker“, „Maßgeschneidert-Lerner“, „Punktweise Wissensuchende“, „Chatter“ und „Ubiquitär-Lerner“. Diese Arbeit beschreibt, mit welchen didaktischen Konzepten und technologischen Komponenten die verschiedenen Adressaten der virtuellen Kurse angesprochen werden. Highlight ist dabei ein quasi intelligenter virtueller Teletutor, der den Lernertyp „Chatter“ bedient. Ein großer Feldversuch an zwei Fachhochschulen erbrachte im Rahmen der Messgenauigkeit gleich gute Prüfungsergebnisse des Lernertyps „Klassische E-Learner“ im Vergleich zu „Präsenzlerner“.

182

E-Learning Szenarien – Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie
Peter Baumgartner
(Donau Universität)

Im Referat stelle ich Überlegungen für eine didaktische Taxonomie von E-Learning Szenarien an. Für das Zusammenspiel von technischen, organisatorischen und didaktischen Aspekten bei E-Learning Arrangements wird ein theoretisch motivierter Orientierungsrahmen, der EntwicklerInnen beim didaktischen Design unterstützen soll, vorgestellt. An Beispielen wird sowohl der praktische Nutzen eines solchen Modells aufgezeigt als auch die Integration in Standardisierungsinitiativen wie IMS Learning Design diskutiert.

Fragen, die ich im Referat aufwerfen werde, sind:

  • Was sind didaktische Szenarien?
  • Was sind didaktische Kategorien?
  • Was ist eine didaktische Taxonomie und wozu braucht man sie?
  • Wie kann eine didaktische Taxonomie als Werkzeugkasten so implementiert werden, dass sie für EntwicklerInnen beim didaktischen Design unterstützt?

Das Referat gibt damit eine erste Vorausschau zu meinem neuen Buch: „E-Learning Szenarien – Ein Plädoyer für didaktische Vielfalt.“ (StudienVerlag, Wien-Innsbruck-München i.Vorb.). Mein Beitrag ist im Kontext des von der DFG geförderten Projektes CampusContent mit der Kennziffer: 44200719 entstanden (http://www.campuscontent.de/).

198

Kooperative Content-Erstellung mittels eines iterativen und prototypischen Vorgehens
Stefanie Hauske
(Universität Zürich)

In dem Schweizer Verbundprojekt „Foundations of Information Systems“ FOIS sind innerhalb von zwei Jahren elf multimediale und online verfügbare Selbstlernmodule von insgesamt sechs Projektpartnern entwickelt, produziert und in die Lehre integriert worden. Für den Erstellungsprozess wurde ein iteratives und prototypisches Vorgehen gewählt, das es erlaubte, einerseits schnell nutzbare Module zu produzieren und andererseits eine stetige Qualitätsverbesserung und Anpassung an die Bedürfnisse und Anforderungen der Lehrenden und der Studierenden sicherzustellen.

200

Living Documents: Flexibles Lernmedium für innovative Lernszenarien
Karsten Krutz, Christian Maier, Sebastian Abeck
(Universität Karlsruhe)

Neue Lernmedien erfüllen häufig nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Daher ist eine Rückbesinnung auf traditionelle Medien bzw. Kombinationen traditioneller und neuer Medien zu beobachten (Kerres, 2001). Diese Ideen führen auch zur Entwicklung einer neuen Form von Medien, die herkömmliche Medien mit neuen Medien ergänzen. Ein Beispiel für dieses Vorgehen sind die Living Documents (LDocs), die die herkömmlichen Medien Präsentationsfolien und Skript mit dem neuen Medium Präsentationsaufzeichnung kombinieren. Da dieses sehr flexible, für innovative Lernszenarien geeignete Medium grundsätzlich auf traditionellen Medien basiert, lassen sich die Erstellungsprozesse sehr einfach in das Alltagsgeschäft integrieren. Dieser Beitrag stellt das Medium LDoc sowie seine Erstellung vor und zeigt einige innovative Einsatzszenarien auf, in denen das Medium im Rahmen der Lehre der Forschungsgruppe Cooperation & Management (C&M) des Instituts für Telematik an der Universität Karlsruhe (TH) erfolgreich eingesetzt wurde.

205

Adaptivität und deren Evaluation im eLearning - das Fallbeispiel „Psychopathology Taught Online“ (PTO)
Matthias Häne, Roland Streule, Samy Egli, René Oberholzer, Damian Läge
(Universität Zürich)

Der vorliegende Beitrag setzt sich mit Adaptivitätsmaßnahmen und deren Evaluation im eLearning am Beispiel der webbasierten Lernumgebung „Psychopathology Taught Online“ (PTO) auseinander. PTO soll ergänzend zum universitären Lehrangebot als digitales Curriculum eingesetzt werden. Es zeichnet sich dadurch aus, dass Wissen inhaltlich adaptiv vermittelt wird. Dem Lerner werden dazu konkrete, an seinen momentanen Wissensstand angepasste Lernempfehlungen gegeben, was den Lernprozess individualisierter und effizienter gestaltet. In seiner Gestaltung baut PTO auf kognitionspsychologischen Theorien zu Assimilation und Akkomodation beim Lernen auf. Diese Theorie ist entwicklungspsychologisch gut hergeleitet, in adaptiven Verfahren jedoch noch nicht in der Praxis evaluiert worden. Während der Entwicklungs- und Einsatzphase der neuen Lernumgebung werden deswegen verschiedene evaluative Massnahmen ergriffen, die der Qualitätssicherung und der Qualitätskontrolle dienen. Zentral ist dabei die Evaluation der Adaptivität, da diese einen projektübergreifenden Aspekt von allgemeinerer lernpsychologischer Bedeutung darstellt.

206

Ein Online-Handbuch zur Evaluation von E-Learning-Projekten und -Programmen
Verena Friedrich
(ETH Zürich, Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften)

In Programmen zur Förderung neuer Technologien in der Hochschullehre sind Projektnehmer üblicherweise gehalten, ihre Projekte zu evaluieren. Allerdings fehlt oft ein Evaluationskonzept auf Programmebene, und die Projektnehmer (die i.d.R. keine Evaluationsexperten sind) erhalten weder Unterstützung bei der Projektevaluation noch klare Vorgaben für deren Durchführung. Dies hat zur Folge, dass die verschiedenen Projekte innerhalb eines Programms (wenn überhaupt) auf sehr unterschiedliche Weise evaluiert werden, und es ist praktisch unmöglich, aus der Vielfalt der Evaluationsberichte einen Überblick über die Erfolge des Gesamtprogramms zu erhalten. Dieser Beitrag befasst sich damit, wie Projektnehmer bei der Projektevaluation unterstützt werden können, und welche Möglichkeiten Programmverantwortliche haben, um projektübergreifende, auf Programmebene relevante Informationen zu erhalten. Es wird die Konzeption eines Online-Handbuchs dargestellt, das Unterstützung bei der Planung und konkrete Instrumente für die Durchführung der Evaluation auf Projekt- und Programmebene zur Verfügung stellt. Erste Ergebnisse der Evaluation des Handbuchs werden berichtet.

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Delta3
Ein eStrategie–Projekt der Technischen Universität Wien, Universität für Bodenkultur und der Akademie der bildenden Künste Wien
Bettina Henkel, Ilona Herbst und Jakob Krameritsch
(
Universität für Bodenkultur und der Akademie der bildenden Künste Wien)

Im Rahmen des Delta3 – Projektes (Okt. 05 – Okt. 07, unterstützt mit Mitteln des bm:bwk) bemühen sich die 3 kooperierenden Universitäten um die Weiterentwicklung und um Synergieeffekte für eine nachhaltige Entwicklung von Strategien im Umgang mit „Neuen Medien“.

Im Kontext einer angestrebten Qualitätssteigerung von/durch eEducation werden 3 untrennbar miteinander verbundene Ebenen thematisiert: Technik, Didaktik sowie Design und Usability. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen und Angebote sollen nicht nur Studierenden und Lehrenden zu Gute kommen, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit herausfordernde Einblicke in Lehre, Unterricht sowie in die Wissens- und Kunstproduktion der 3 Universitäten bieten.

Gendermainstreaming ist ein integraler Bestandteil des Projektes; es wird versucht, die damit verknüpften Wissensbestände, Werte, Strategien und Handlungsorientierungen über zwei miteinander eng verflochtene Schienen zu integrieren: Einerseits durch den Aufbau bzw. die Stärkung von „genderkompetenten Inseln“ (und deren diffundierender Wirkung). Andererseits werden die damit verknüpften Anliegen in alle Projektebenen und (inter-)universitären eEducation-Strategien integriert.

Neben diesem Schwerpunkt werden im Vortrag gemeinsame technische wie didaktische Grundlagen und Serviceangebote sowie die kooperative Entwicklung eines Webportals vorgestellt.

213

Hochschulen als Weiterbildungspartner im Corporate Learning – empirische Ergebnisse und Kooperationsszenarien
Christine Voigtländer, Michael H. Breitner
(Leibniz Universität Hannover)

Die Neugestaltung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses hat tief greifende Auswirkungen auf die Hochschulen. Die erforderliche Modularisierung der Lehrinhalte bietet für öffentliche Bildungsträger erhebliches Potential, zukünftige Konzepte des Lebenslangen Lernens aktiv zu gestalten. Dies schließt ein verstärktes Engagement auf dem Weiterbildungsmarkt ein. Lebenslanges Lernen erfordert eine erhöhte Durchlässigkeit von universitärer Erstausbildung, berufsbegleitender Weiterbildung und akademischer Zusatzqualifikation. Zur Unterstützung veränderter Bildungslebensläufe eignet sich der Einsatz von E-Learning Technologien. E-Learning unterstützte, modular erstellte Lerninhalte und Lerndienstleistungen ermöglichen den Hochschulen einerseits, Studenten auch in Phasen der Berufstätigkeit zu begleiten. Andererseits können ausgewählte E-Learning unterstützte Lerninhalte in Bildungskooperationen mit Unternehmen auf dem Weiterbildungsmarkt angeboten werden. Initiativen von Hochschulen als Weiterbildungspartner im Corporate Learning sind in der Führungskräfteentwicklung bereits punktuell zu beobachten. Der Beitrag beschreibt auf der Grundlage empirischer Ergebnisse E-Learning unterstützte Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen am Beispiel von Corporate Universities. Daraus werden Handlungsempfehlungen für den Wandel der Hochschulorganisation hin zu einem innovativen Weiterbildungspartner abgeleitet.

222

Entscheidungsunterstützung bei der Gestaltung von E-Learning-Geschäftsmodellen - Einführung und Anwendung einer monetären Bewertung
Jan vom Brocke, Christian Buddendick
(ERCIS - European Research Center for Information Systems, University of Muenster)

Hochschulen werden mit der Notwendigkeit konfrontiert, Erlösquellen zu erschließen. E-Learning-Geschäftsmodellen kommt hierzu eine große Bedeutung zu. Auch sind bereits mehrere Geschäftsmodelle vorgeschlagen worden. Fraglich ist aber, welche ökonomischen Konsequenzen mit den Gestaltungsentscheidungen verbunden sind. Im vorliegenden Beitrag wird ein Methodensystem vorgeschlagen, das zur Entscheidungsunterstützung verwendet werden kann. Dieses System wird anschließend anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht.

230

Stimmungsbarometer: Ein Feedbackinstrument für Online-Lernumgebungen
Susanne Haab, Claudia Lena Schnetzler, Kurt Reusser, Kathrin Krammer
(Universität Zürich)

Die Realisierung von E-Learning-Angeboten verlangt sowohl systematisches Vorgehen als auch Flexibilität. Als vielfältiges Werkzeug zur zielgruppengerechten Planung und adaptiven Steuerung von Online-Lernangeboten stellen wir das Instrument „Stimmungsbarometer“ vor.

Stimmungsbarometer sind kurze, einfach zu realisierende Online-Fragebogen, die zu verschiedenen Zeitpunkten einer Online-Veranstaltung eingesetzt werden können.

In der Vorbereitungsphase können sie genutzt werden, um z.B. Lernvoraussetzungen und Erwartungen der Studierenden zu erheben. Hauptfunktion der Stimmungsbarometer sind jedoch Feedbackschlaufen zwischen Lehrenden und Lernenden während der Durchführungsphase. Periodisch eingesetzt, verschaffen sie einen raschen und unmittelbaren Einblick in das Lerngeschehen, orientieren über die Zufriedenheit, über Schwierigkeiten und Fragen der Lernenden und ermöglichen in der Folge angepasste Interventionen und unterstützende Massnahmen. Eine detailliertere Analyse der Daten in der Nachbereitungsphase trägt zur Weiterentwicklung von Lernangeboten bei.

Nebst der praktischen Demonstration des Instruments werden Auswertungsmöglichkeiten präsentiert und der Nutzen von Prozessinformationen für das Lehren und Lernen reflektiert.

   
   

 

Last Update: 10.10.06, B. Lüthi

 

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